Städteförderprogramm

Quartiersmanagement

Sanierungsträgerschaft / Quartiersmanagement
Im September 2007 hat die Stadt Lütjenburg einen Vertrag mit der BIG-Städtebau GmbH als treuhänderischer Sanierungsträger der Stadt Lütjenburg und zur Durchführung des Quartiersmanagements im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ abgeschlossen.

Quartiersmanagement ist ein Baustein in den Programmgebieten der Sozialen Stadt und beinhaltet:

  • die Moderation, Koordination und Organisation von Entwicklungsprozessen im Programmgebiet
  • die Aktivierung der Bewohner zur Mitwirkung
  • die Konzeption, Umsetzung und Begleitung von Projekten
  • die Leitung des Beirats Soziale Stadt
  • die Verwaltung des Stadtteilfonds

Das Quartiersmanagement führt die lokalen Akteure aus Verwaltung, privater Wirtschaft, Vereinen und Anwohnern zusammen. Die Bewohner sollen dauerhaft für die eigenverantwortliche Gestaltung ihrer Stadtteile gewonnen werden. 
Der Quartiersmanager leitet den Beirat Soziale Stadt und nimmt nach Bedarf an verschiedenen Sitzungen der Stadt teil (Runder Tisch Soziales, Sozialausschuss, Stadtvertretung, Einwohnerversammlung, kriminalpräventiver Rat u.a.).

Büro Soziale StadtDas „Büro Soziale Stadt“ als Anlauf-, Informations- und Vermittlungsstelle für die Bewohnerinnen und Bewohner wurde im Erdgeschoss des Rathauses eingerichtet. Der Quartiersmanager ist einmal pro Woche im „Büro Soziale Stadt“ Lütjenburg vor Ort.

Das Büro ist in der Regel donnerstags zwischen 10:30 und 17:30 Uhr besetzt.

Bau- und investive Maßnahmen
Mit Aufnahme in das Förderprogramm Soziale Stadt und mit Beschluss der Stadtvertretung vom 05.02.2008 wurde die Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes „Niederstraße / Gildenplatz“ erlassen. Damit wurde zugleich die Möglichkeit geschaffen, Projekte gezielt umzusetzen. Schwerpunkt der investiven Maßnahmen sind Vorhaben im Sanierungsgebiet, die sich durch weitere Projekte im gesamten Fördergebiet ergänzen.
Durch die investiven Maßnahmen werden die Wohn- und Lebensverhältnisse insbesondere baulich verbessert, die vorhandene städtische Nutzungsstruktur wird gesichert und gezielt weiterentwickelt.
Die im Rahmen des Förderprogramms gemeinsam mit der Stadtverwaltung und den Lütjenburgern entwickelten Projekte und Maßnahmen basieren auf den im Integrierten Entwicklungskonzept (unter „Programm Soziale Stadt/Integriertes Entwicklungskonzept“) genannten Zielen. Da sich das Fördergebiet Soziale Stadt beinah über das gesamte Stadtgebiet erstreckt, ist die Bewertung der festgestellten Konflikte und der Handlungsansatz zur Verbesserung der Situation punktuell und spezifisch zu betrachten.

Problemschwerpunkte und Handlungsansätze sind u.a.

  • das Negativimage der Bereiche Niederstraße/Gildenplatz sowie Hindenburgstraße/Kieler Straße verbessern,
  • bauliche Defizite der Gebäudesubstanz insbesondere in stark frequentierten Verkehrsbereichen beheben,
  • den anhaltenden Modernisierungs- bzw. Instandsetzungsbedarf der vorhandenen Gebäudestrukturen, insbesondere der Mehrfamilienhausbebauung der 50er und 60er Jahre durch die Unterstützung der Eigentümer vermindern,
  • fehlende Infrastruktureinrichtungen insbesondere im kulturellen und sozialen Sektor herrichten und verstetigen,
  • der zunehmenden Polarisierung einzelner Wohnbestände im Mehrfamilienhaussegment mit sozialer Schwerpunktkonzentration sowie
  • die Herausbildung von Bereichen mit erhöhter Anzahl an Nachbarschaftskonflikten entgegen wirken.

Die geplanten Vorhaben sind aufeinander abgestimmt und sollen gemeinsam die Verhältnisse in Lütjenburg positiv beeinflussen:

  • die Integration der Gebiete Niederstraße/Gildenplatz sowie Hindenburgstraße/Kieler Straße in die Gesamtstadt,
  • die bauliche und funktionale Anbindung der Innenstadt um den Markt an die angrenzenden Stadtbereiche, insbesondere die Schaffung eines Verbundes zwischen Gildenplatz und Markt,
  • die funktionale und gestalterische Aufwertung von Freiraumqualitäten/Verkehrsflächen des Gildenplatzes unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen durch die verschiedenen Nutzungsinteressen,
  • die Umgestaltung der Niederstraße unter Berücksichtigung der Belange von Fußgängern und des anliegenden Einzelhandels,
  • der Erhalt und die Modernisierung der denkmalgeschützten Gebäude im Sanierungsgebiet Niederstraße/Gildenplatz,
  • eine funktionale und gestalterische Aufwertung der öffentlichen und privaten Räume zur Verbesserung der Gesamtsituation.

Gutachten und Konzepte (Download):

10.02.2009 Einzelhandelsgutachten, Stand: Januar 2009

Verkehrsgutachten

Verkehrsplanerische Stellungnahme zu unterschiedlichen Varianten der verkehrlichen Erschließung

Vorbereitende Untersuchung

Projekte in Umsetzung

29.07.2010
Altes Pastorat - Umbau und Erweiterung zu einer Gemeinbedarfseinrichtung
Die Stadt Lütjenburg plant, in den neuen Räumlichkeiten des umgebauten und erweiterten Alten Pastorats die Stadtbücherei mit der neu einzurichtenden Familienberatung unterzubringen. Beide Einrichtungen sollen gemeinsam Synergien entwickeln und ein soziokulturelles Zentrum ausbilden. Die Räume der Familienberatung werden dabei so multifunktional gestaltet, dass sie bei Bedarf als Gesprächsräume der Bücherei sowie als Ergänzungsfläche für Veranstaltungen genutzt werden können. Ein speziell in der Bücherei eingerichteter Kinderaufenthalts- sowie Computerarbeitsbereich geht auf die Bedürfnisse und Ansprüche von Kindern und Jugendlichen ein.
Das "Alte Pastorat" befindet sich im Altstadtbereich in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz und der evangelischen Kirche zu Lütjenburg und liegt im Gebiet der Gestaltungssatzung der Stadt Lütjenburg.. Das ehemalige lang gestreckte, Richtung Süden verlaufende Grundstück, grenzte bis an den Friedhof im II. Quartier, und war ursprünglich mit einer Mauer eingegrenzt. In der Nacht vom 1.4.1826 zum 2.4.1826 verbreitete ein starker Westwind ein von der Windmühle am Mühlenberg ausgehendes Feuer, das innerhalb von acht Stunden 28 Wohnhäuser und 24 weitere Gebäude, vorwiegend in der Plöner- und in der Niederstraße und auch den Kirchturm zerstörte. Das abgebrannte Diakonat wurde im Jahre 1827 neu errichtet. Bei den reinen Wohnhäusern des Straßenzuges behielt man die Giebelständigkeit bei, gab jedoch den meist eingeschossigen Gebäuden behäbigere Proportionen und Mansarddächer. Das neu errichtete Diakonat wurde hingegen als freistehendes Gebäude mit einem Krüppelwalmdach versehen, dessen Ausrichtung parallel der Plöner Straße angeordnet wurde. Nach einigen kleineren Modernisierungsmaßnahmen um 1960 zur Nutzung als Pastorat und zur späteren Wohnnutzung, steht das Gebäude seit Dezember 2008 leer. 
Bei der geplanten Baumaßnahme handelt es sich um die Neuordnung des Innenbereiches des Bestandgebäudes über zwei Ebenen, welche mittels Aufzug und Treppe untereinander verbunden sind. Der bestehende Baukörper wird fast ausnahmslos für eine Bücherei zu nutzen sein. Der Haupteingang befindet sich an der Westseite des Gebäudes und verknüpft das Bestandsgebäude mit dem Erweiterungsbau. Über einen gemeinsamen Windfang können die Besucher die Familienberatung im Erweiterungsbau, oder die Bücherei im Bestandsgebäude aufsuchen. Im Erdgeschoss der Bücherei befinden sich die Ausleihe und Nebenräume zur Nutzung der Büchereiangestellten. Im Obergeschoss entsteht neben weiteren Medien und Arbeitsbereich mit Computerplätzen ein großzügiger Kinderbereich mit eigenen Medien, Lese- und Lümmelecke. 
Im eingeschossigen Erweiterungsbau entstehen Räumlichkeiten für eine Familienberatung, die sich den Jungen Alleinstehenden, Singles mit Kind und älteren Menschen widmet. Hierfür werden in diesem Bereich spezielle Angebote insbesondere für Kinder entwickelt.

29.07.2010
Gestaltung Gildenplatz und Niederstraße
Mit der Durchführung der Sanierung beabsichtigt die Stadt Lütjenburg die Neugestaltung des Gildenplatzes und der Niederstraße als wichtiges Impulsprojekt für die Stadtentwicklung. Der zu gestaltende Bereich befindet sich in dem östlich vom Stadtkern gelegenen förmlich festgelegten Sanierungsgebiet „Erweiterte Innenstadt – Gildenplatz/Niederstraße“. 
Die Herausforderungen liegen in der sinnvollen und umsetzbaren Verknüpfung der verschiedenen Funktionen und Anforderungen an den Platz und der Schaffung einer lebendigen und attraktiven Verknüpfung mit dem Stadtzentrum durch die Niederstraße. 
Der ZOB (Zentrale Omnibusbahnhof) soll hinsichtlich seiner Nutzung und städtebaulichen, gestalterischen Qualität deutlich aufgewertet werden. Insgesamt soll ein zeitgemäßer nutzerorientierter Zentraler Omnibusbahnhof entstehen. Die Niederstraße ist als funktionales und bauliches Bindeglied zwischen dem Stadtkern um den Marktplatz und dem Gildenplatz für die unterschiedlichen Nutzergruppen zu entwickeln und gestalten. 
Mit der Planung soll die Alltagstauglichkeit des Gildenplatzes und der Niederstraße verbessert und die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Außengastronomische Nutzungen, Spielmöglichkeiten sowie die Möglichkeit, den Gildenplatz als weiteren Veranstaltungsort zu verbessern, sollen dabei besondere Berücksichtigung finden. 
Es gilt, mit der Umgestaltung des Gildenplatzes und der Aufwertung der Niederstraße einen funktionsfähigen Zusammenhang zu schaffen, der sowohl positive Impulse in die unmittelbare Nachbarschaft als auch in die angrenzenden Stadtbereiche aussendet. Für die Verbesserung und Aufwertung der Freiraumqualitäten und Verkehrsfunktionen ist das genannte Kostenvolumen hinsichtlich der gestalterischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Umsetzung der Planung ist für 2010 bis 2012 vorgesehen. 
Mit der Planung und Umsetzung der Ideen, die von Kindern und Jugendlichen, den Lütjenburgern, der Stadtverwaltung und –politik erarbeitet worden, befasst sich derzeit ein Planungsbüro.